Ad-hoc-Mitteilung und Zwischenbericht drittes Quartal 2002

Start des Aktienrückkaufprogramms, Akquisition der Styria Holding s.a.s., Verkauf der Porzellanfabrik Hermsdorf GmbH sowie Zwischenbericht drittes Quartal 2002

Der Aufsichtsrat der Frauenthal Holding AG (WKN 76240) hat in seiner letzten Sitzung folgende Beschlüsse gefasst: 

 

1. Start des Aktienrückkaufprogrammes

Im Rahmen der 12. ordentlichen Hauptversammlung vom 26. Juli 2001 mit Verlängerung gemäß der 13. ordentlichen Hauptversammlung vom 27. Juni 2002 wurde beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, mit Zustimmung des Aufsichtsrates insgesamt höchstens 87.500 Stück eigene Aktien zu einem Gegenwert von mindestens EUR 10 und höchstens EUR 30 je Stückaktie zu erwerben. Der Aufsichtsrat hat seine Zustimmung zu einem Erwerb von maximal 87.500 Stückaktien zu mindestens EUR 13, höchstens jedoch EUR 16 je Stückaktie gegeben. Das Rückkaufprogramm beginnt 3 Tage nach dem Tag der Veröffentlichung seines Beginns im Amtsblatt der Wiener Zeitung und auf der Website der Gesellschaft (www.frauenthal.at) und endet spätestens am 31. Dezember 2003. 

 

2. Akquisition der Styria Holding s.a.s.

Der Aufsichtsrat genehmigte den Antrag des Vorstandes, 86% der Styria Holding s.a.s, F-90700 Chatenois les Forges, Avenue des Forges, Frankreich, zu erwerben. Käuferin ist STYBÖ Beteiligungsgesellschaft m.b.H., eine 100 % Tochtergesellschaft von Frauenthal Holding AG. Die Styria Holding s.a.s. ist die Muttergesellschaft der Styria Federn – Gruppe, dem führenden Produzenten von Federn und Stabilisatoren für schwere Lastkraftwagen in Europa. Die Styria Federn – Gruppe besteht aus operativen Gesellschaften in Frankreich (Chatenois les Forges sowie Douai), Österreich (Judenburg), Deutschland (Düsseldorf), und Slowenien (Ravne) und erzielte im Geschäftsjahr 2001 mit 739 Mitarbeitern einen Umsatz von 94 Millionen EUR. Erworben wird von einem Konzernunternehmen der indirekten Hauptaktionärin der Gesellschaft, der Ventana Beteiligungsgesellschaft mbH, Wien. Über den Kaufpreis dieser Akquisition wurde Stillschweigen vereinbart. Nähere Informationen zur Styria Federn – Gruppe können der Website der Gesellschaft (  > www.styriagroup.com ) entnommen werden.
Die Frauenthal Holding AG setzt damit einen wichtigen Schritt in der Umsetzung ihrer Strategie des Ausbaues einer österreichischen Industriegruppe, die im Rahmen der 13. ordentlichen Hauptversammlung vorgestellt wurde. Die LKW-Zulieferindustrie bildet nun neben der Umweltkeramik die zweite industrielle Plattform der Frauenthal– Gruppe, die damit auf ein Umsatzvolumen von mehr als 120 Millionen EUR wächst. Weitere Akquisitionsprojekte werden in dem Bestreben verfolgt, einerseits die Umweltkeramik und die LKW-Komponentenfertigung auszubauen und in ihrer Marktposition zu stärken, und andererseits die industrielle Basis der gesamten Gruppe durch weitere Firmenkäufe zu erweitern, um bei Wahrung der industriellen Kernkompetenzen die Abhängigkeit von zyklischen Schwankungen zu verringern und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Einige Akquisitionsprojekte werden derzeit konkret verfolgt, in einem Fall steht der Abschluss eines Letter of Intent unmittelbar bevor. 

 

3. Verkauf der Porzellanfabrik Hermsdorf GmbH

Der Antrag des Vorstandes, die Anteile an der Porzellanfabrik Hermsdorf GmbH, Thüringen, zu veräußern, wurde vom Aufsichtsrat genehmigt. Der Verkaufsprozess ist gegenwärtig im Gang. Die Porzellanfabrik Hermsdorf GmbH beschäftigt sich mit der Herstellung und dem Vertrieb keramischer nicht-katalytischer Wabenkörper (Wärmetauscher) und Sonderkeramik. Wie bereits dem Geschäftsbericht 2001 und den letzten beiden Quartalsberichten zu entnehmen ist, sah sich dieses Unternehmen mit einem marktbedingten dramatischen Nachfrage- und Ergebnisrückgang konfrontiert, was eine Reduzierung des Personalstandes sowie die Implementierung eines Kurzarbeitregimes unumgänglich machte. Vorstand und Aufsichtsrat sind der Meinung, dass durch eine Veräußerung der Porzellanfabrik Hermsdorf GmbH der strategischen Ausrichtung der Frauenthal Holding AG besser Rechnung getragen werden kann, und dass diesem Unternehmen unter den neuen Eigentümern positivere Zukunftsaussichten offen stünden. 

 

4. Quartalsbericht zum 30. September 2002

Kenndaten *

Der konsolidierte Konzernumsatz der ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjahres lag mit EUR 25,9 Mio. rund 4% unter dem im Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielten Umsatz von EUR 26,9 Mio. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der ersten 9 Monate des Geschäftsjahres betrug EUR 3,6 Mio. (per 30.9.2001: EUR 0,9 Mio.). Der Auftragsstand per 30. September 2002 belief sich auf EUR 43,5 Mio. gegenüber EUR 33,8 Mio. am Ende des dritten Quartals des Vorjahres.
47,6 % des Gesamtumsatzes wurden im EU-Raum erwirtschaftet, 51,7 % in Amerika. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass auch Aufträge europäischer Anlagenbauer sich oftmals auf amerikanische Projekte beziehen und somit der Amerika-bezogene Lieferanteil tatsächlich höher ist als der direkt fakturierte Teil. Per 30. September 2002 beschäftigte die Gruppe 233 Mitarbeiter (30.9.2001: 268); der Rückgang der Anzahl der Beschäftigten ist vor allem auf den Personalabbau bei Porzellanfabrik Hermsdorf GmbH zurückzuführen. Die Investitionen (Sachanlagen) in den ersten drei Quartalen 2002 beliefen sich auf EUR 0,4 Mio. (per 30.9.2001: EUR 1,1 Mio.). 

 

Geschäftsentwicklung

Im Bereich der am Standort Frauental hergestellten katalytischen Wabenkörper (Katalysatoren zur Reduktion von Stickoxiden in Abgasen von Kraftwerken) konnte wie schon in den vorangegangenen Quartalen eine zufriedenstellende Auftragsentwicklung verzeichnet werden. Allerdings kommt es in jüngster Vergangenheit aufgrund der durch die Enron-Krise bedingten Liquiditätsprobleme amerikanischer Versorgungsunternehmen vermehrt zu Verschiebungen und Stornierungen von Projekten. Dies ist neben dem verstärkt zu beobachtenden Auftreten von Konkurrenten ein Grund für die rückläufige Preisentwicklung neu erhaltener Aufträge. Durch eine Stärkung des lokalen Vertriebes in den USA soll diesem Trend entgegengewirkt werden. Diese Marktentwicklung in den USA hat kurzfristige negative Auswirkungen auf die Auslastung der Porzellanfabrik Frauenthal GmbH, wodurch eine Reduzierung der Belegschaft notwendig ist.
Der Markt für die vor allem am Standort Hermsdorf produzierten nicht-katalytischen Wabenkörpern (Wärmetauscher) bewegt sich nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau und ist durch weltweite hohe Lagerbestände gekennzeichnet. Die Kurzarbeit am Standort dauerte im 3. Quartal an. Im Zuge der laufenden Verkaufsverhandlungen wurde die Kurzarbeit seit Anfang November unterbrochen. 

 

Vorschau

Für das laufende Geschäftsjahr wird – vor Einbeziehung der bevorstehenden Akquisition der Styria Holding s.a.s. – ein konsolidierter Umsatz von etwa 31 Mio. EUR erwartet. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Konzerns in seiner derzeitigen Form wird aus heutiger Sicht auf Grund von zeitlich vorgezogenen Auslieferungen von Katalysatorenaufträgen mit überdurchschnittlich hohen Deckungsbeiträgen insgesamt deutlich über dem Niveau von 2001 liegen.
Die insgesamt rückläufige Tendenz am amerikanischen Markt für Katalysatoren wird sich auf Grund der langfristigen Natur des Projektgeschäftes mit einer gewissen Zeitverzögerung erst im Laufe des Jahres 2003 im Ergebnis niederschlagen.
Zum gegenwärtigen Wissensstand kann mit einer Ausschüttung an die Aktionäre in etwa der Höhe des Vorjahres gerechnet werden.

* Nach dem Verkauf des Geschäftsbereiches Isolatoren per 30. Juni 2001 stellen sämtliche Vergleichszahlen den früheren Geschäftsbereich Umwelt dar, welcher mit dem nunmehrigen Konzern ident ist.

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