Quartalsbericht 2/2003

Kenndaten

Sämtliche Vergleichszahlen des Jahres 2002 beinhalten nicht die im November 2002 akquirierte Styria-Federn-Gruppe, jedoch ist die mittlerweile veräußerte Porzellanfabrik Hermsdorf GmbH darin enthalten. Daher ist die Aussagekraft dieser Vergleichsdaten sehr eingeschränkt.

Der konsolidierte Konzernumsatz betrug EUR 67,5 Mio. (1. Halbjahr 2002: EUR 17,3 Mio.). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich auf EUR 4,5 Mio. (1. Halbjahr 2002: EUR 2,2 Mio.). Der Auftragsstand des Bereiches Umweltkeramik betrug per 30. Juni 2003 EUR 21,9 Mio. gegenüber EUR 43,1 Mio. am Ende des zweiten Quartals des Vorjahres.

75,5 % des Gesamtumsatzes wurden im EU-Raum erwirtschaftet, 23,6 % in Amerika. Per 30. Juni 2003 beschäftigte die Gruppe 844 Mitarbeiter (30.6.2002: 233). Die Investitionen im ersten Halbjahr 2003 beliefen sich auf EUR 2,7 Mio. und betrafen vor allem den Ausbau des slowenischen Standortes der Styria-Federn-Gruppe (1. Halbjahr 2002: EUR 0,2 Mio.). 
 

Geschäftsentwicklung

 
Umweltkeramik

Im Bereich der am Standort Frauental hergestellten katalytischen Wabenkörper (Katalysatoren zur Reduktion von Stickoxiden in Abgasen von Kraftwerken) war das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres durch ein überdurchschnittlich hohes Liefervolumen geprägt, was auch ein entsprechend atypisch hohes Periodenergebnis bedingte. Der Umsatz dieses Geschäftsbereiches in der Berichtsperiode belief sich auf EUR 19,5 Mio. Aufgrund der jüngsten Entwicklung des USD-Kurses und der konjunkturellen Situation am für die Gesellschaft wichtigen nordamerikanischen Markt, wird das Geschäft zusehends schwieriger. Ferner ist ein durch Überkapazitäten verursachter Konkurrenzdruck zu verzeichnen, welcher ebenfalls negative Auswirkungen auf die Margen neuer Aufträge hat.

Andererseits zeigt jedoch der europäische Markt Erholungstendenzen. So werden vor allem in Frankreich und Italien interessante neue Projekte erwartet, die sich jedoch erst in einigen Jahren ergebniswirksam zu Buche schlagen werden.

Die Tests und Entwicklungsarbeiten für den in Frauental gemeinsam mit einem führenden LKW-Hersteller entwickelten Katalysator für Dieselkraftfahrzeuge gehen planmäßig voran. Jedoch sind auch hier positive Ergebnisauswirkungen erst in einigen Jahren zu erwarten.  

 

LKW-Federn

Der Umsatz dieses Geschäftsbereiches im ersten Halbjahr 2003 betrug EUR 48,6 Mio. und liegt damit – wie das Ergebnis - unter den budgetierten Werten. Wesentliche Ursachen dafür lagen in einem nachhaltigen Einbruch bei den Auftragseingängen unserer Kunden im Nahen und Mittleren Osten, für die noch immer keine Erholung in Sicht ist, sowie in einer unvorhersehbaren Erhöhung der Preise für Federnstahl von mehr als 8% gegenüber dem 4.Quartal 2002, die nur zu einem geringen Teil auf die Kunden überwälzt werden konnte.

Die mit Wirkung 1. August 2003 in den Konzern aufgenommene Styria Jouset Oy, Finnland, wird erst ab dem dritten Quartal 2003 umsatz- und ergebniswirksam werden. 

 

Vorschau

Der Geschäftsverlauf des Gesamtjahres 2003 wird für beide Geschäftsbereiche wesentlich von der derzeit sehr zurückhaltenden Investitionsbereitschaft unserer Kunden, der Gesamtsituation auf dem Nutzfahrzeugmarkt und von den Entwicklungen auf den Finanz- und Devisenmärkten abhängen.

Die Styria-Gruppe sieht sich auch im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres mit einer anhaltenden Absatzschwäche des LKW-Marktes in Westeuropa konfrontiert, die bei einigen Herstellern bereits zu Kurzarbeit u.ä. geführt hat. Das Management hat bereits im ersten Halbjahr Maßnahmen eingeleitet und bereitet weitere Kostensenkungsprogramme in den einzelnen Standorten vor um für eine nachhaltige weitere Abschwächung gerüstet zu sein. Dennoch muss für das laufende Jahr in diesem Teilkonzern mit einem Ergebnis deutlich unter dem Vorjahresniveau gerechnet werden.

Für die Porzellanfabrik Frauenthal GmbH verlief das Berichtshalbjahr gemäß den Budgeterwartungen und ist - bedingt durch das Projektgeschäft im Katalysatorenbereich - von einem überdurchschnittlichen Liefervolumen im ersten Halbjahr gekennzeichnet.

Die Situation im Geschäftsbereich Katalysatoren wird wesentlich von den Entwicklungen und dem Bedarf am nordamerikanischen Markt geprägt. Durch das weiterhin von Zurückhaltung geprägte Investitionsklima in den USA und den deutlichen Kursrückgang der amerikanischen Währung gegenüber dem Euro in Verbindung mit der durch die Irakkrise und ständiger terroristischer Bedrohungen ausgelösten politischen Unsicherheit haben sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in diesem Markt gegenüber den Vorjahren verschlechtert. Wenngleich die Umweltgesetzgebung mit verschärften Grenzwerten für den Stickoxidausstoß weiter aufrecht bleibt und für bestimmte Regionen und Industriebereiche sogar weiter ausgedehnt wurde, sind Prognosen aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen zunehmend schwieriger zu treffen.

Am europäischen Markt zeichnet sich derzeit vor allem in Italien und Frankreich eine Marktbelebung ab. Einzelne Nachrüstprojekte mit kleineren Volumina sind auch am deutschen Markt zu erwarten.

Auf Grund der in den letzten Monaten zu beobachtenden USD-Kursentwicklung bzw. Analystenprognosen und des sich gleichzeitig verschärfenden Konkurrenzdrucks wird mit einem weiterhin sinkenden Preisniveau zu rechnen sein.

Da sich jedoch diese Faktoren zum größten Teil nicht mehr im laufenden Jahr auswirken werden, gehen wir für den Teilkonzern von der Erreichung der budgetierten Ergebnisse und somit von einem zufriedenstellenden, wenn auch etwas unter dem Vorjahr liegenden Ertragsniveau aus.

Zusammengefasst erwarten wir auf Ebene des Frauenthal Holding Gesamtkonzerns für das Geschäftsjahr 2003 ein positives, aber deutlich unter dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Vorjahres liegendes konsolidiertes Jahresergebnis.

Auch nach dem Erwerb der finnischen Federnfabrik in Billnäs verfolgt und evaluiert die Gesellschaft weiterhin laufend Akquisitionsprojekte für ein profitables Wachstum zum Wohl der Aktionäre und Mitarbeiter. 

 

Aktienrückkaufprogramm

Zwischen 7. Jänner und 2. April 2003 wurden unter dem in der 12. ordentlichen Hauptversammlung am 26. Juli 2001 beschlossenen und in der 13. ordentlichen Hauptversammlung vom 27. Juni 2002 erneuerten Aktienrückkaufprogramm insgesamt 26.139 Stück Aktien der Frauenthal Holding AG in einer Preisspanne zwischen 13,00 und 16,50 EUR zu einem durchschnittlichen Kurs von 15,11 EUR/Aktie erworben. Die erworbenen Aktien verkörpern einen Anteil am Grundkapital der Gesellschaft von 2,987%.

Seit 2. April 2003 wurden keine weiteren Aktien mehr zurückgekauft, da der Vorstand der Gesellschaft in Anbetracht des zuletzt wieder etwas höheren Börsenkursniveaus Aktienankäufe nicht für erforderlich hält und entsprechend den Empfehlungen von Aktionärsvertretern in der 14. ordentlichen Hauptversammlung vom 22. Mai 2003 den ohnedies geringen free float von Aktien nicht weiter vermindern will. Die Kursbildung wird unter den gegebenen Rahmenbedingungen daher bis auf weiteres in der freien Interaktion von Angebot und Nachfrage an der Börse ohne Aktienrückkäufe der Gesellschaft erfolgen.

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