Quartalsbericht 3/2003

Kenndaten

Sämtliche Vergleichszahlen des Jahres 2002 beinhalten nicht die im November 2002 akquirierte Styria-Federn-Gruppe, jedoch ist die mittlerweile veräußerte Porzellanfab-rik Hermsdorf GmbH darin enthalten. Daher ist die Aussagekraft dieser Vergleichsda-ten sehr eingeschränkt.

Der konsolidierte Konzernumsatz betrug EUR 93 Mio. (Jänner – September 2002: EUR 25,9 Mio.). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich auf EUR 4,4 Mio. (Vergleichsperiode 2002: EUR 3,6 Mio.). Der Auftragsstand des Bereiches Umweltkeramik betrug per 30. September 2003 EUR 19,5 Mio. gegenüber EUR 42,3 Mio. am Ende des dritten Quartals des Vorjahres.

80% des Gesamtumsatzes wurden im EU-Raum erwirtschaftet, 18% in Amerika und 2% auf sonstigen Märkten. Per 30. September 2003 beschäftigte die Gruppe 940 Mitarbeiter (30.9.2002: 233). Die Investitionen in den ersten neun Monaten 2003 be-liefen sich auf EUR 4,4 Mio. und betrafen vor allem den Ausbau des slowenischen Standortes der Styria-Federn-Gruppe (Vergleichsperiode 2002: EUR 0,4 Mio.  

Geschäftsentwicklung

Umweltkeramik

Im Bereich der am Standort Frauental hergestellten katalytischen Wabenkörper (Ka-talysatoren zur Reduktion von Stickoxiden in Abgasen von Kraftwerken) waren die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres durch ein überdurchschnittlich hohes Liefervolumen in der ersten Jahreshälfte geprägt, was auch ein entsprechend atypisch hohes Periodenergebnis bedingte.

Der Umsatz dieses Geschäftsbereiches in der Berichtsperiode belief sich auf EUR 25,1 Mio. Aufgrund der Entwicklung des USD-Kurses im Berichtszeitraum, der kon-junkturellen Situation in Nordamerika und der Entschärfung der Umweltgesetzge-bung nach dem Stromausfall an der Ostküste ist die Nachfrage nach unseren Pro-dukten auf diesem für die Gesellschaft bedeutenden Markt derzeit gering. Ferner ist ein durch Überkapazitäten verursachter Konkurrenzdruck zu verzeichnen, welcher ebenfalls negative Auswirkungen auf die Margen neuer Aufträge hat.

Andererseits zeigt jedoch der europäische Markt Erholungstendenzen. So werden vor allem in Frankreich und Italien interessante neue Projekte erwartet, die sich je-doch erst in einigen Jahren ergebniswirksam zu Buche schlagen werden.

Die Tests und Entwicklungsarbeiten für den in Frauental gemeinsam mit einem füh-renden LKW-Hersteller entwickelten Katalysator für Dieselkraftfahrzeuge gehen planmäßig voran. Jedoch sind auch hier substantiell positive Ergebnisauswirkungen erst ab 2006 zu erwarten.  

 

LKW-Federn

Der Umsatz dieses Geschäftsbereiches in den ersten neun Monaten des Geschäfts-jahres 2003 betrug EUR 69,2 Mio. Umsatz und Ergebnis liegen damit unter den bud-getierten Werten. Wesentliche Ursachen dafür lagen in einem Einbruch bei den Auf-tragseingängen unserer Kunden im Nahen und Mittleren Osten, bei denen allerdings nunmehr wieder eine gewisse Erholung festzustellen ist, in einer unvorhersehbaren Erhöhung der Preise für Federnstahl von mehr als 8% gegenüber dem 4.Quartal 2002, die nur mit Zeitverzögerung auf die Kunden überwälzt werden kann, und in ei-nem niedrigen Beschäftigungsniveau unserer Hauptkunden in den Sommermonaten.

Durch die Akquisition der Styria Jouset Oy, Finnland, konnte die Marktposition der Federn-Gruppe gefestigt werden. 

 

Vorschau

Der Geschäftsverlauf des Gesamtjahres 2003 wird für beide Geschäftsbereiche wesentlich von der derzeit sehr zurückhaltenden Investitionsbereitschaft unserer Kunden, der Gesamtsituation auf dem Nutzfahrzeugmarkt und von den Entwicklungen auf den Finanz- und Devisenmärkten abhängen.

Die in den ersten neun Monaten des Jahres beobachtete Absatzschwäche des westeuropäischen LKW-Marktes scheint überwunden zu sein, weshalb die Styria-Gruppe einen Teil der Budgetabweichungen im vierten Quartal des Jahres aufholen wird können. Die bereits im ersten Halbjahr eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung tragen bereits Früchte, dennoch muss für das laufende Jahr in diesem Teilkonzern mit einem Ergebnis deutlich unter dem Vorjahresniveau gerechnet werden.

Für die Porzellanfabrik Frauenthal GmbH verlief der Berichtszeitraum gemäß den Budgeterwartungen und ist - bedingt durch das Projektgeschäft im Katalysatorenbereich - von einem überdurchschnittlichen Liefervolumen im ersten Halbjahr gekennzeichnet.

Die Situation im Geschäftsbereich Katalysatoren wird wesentlich von den Entwicklungen und dem Bedarf am nordamerikanischen Markt geprägt. Durch das weiterhin von Zurückhaltung geprägte Investitionsklima in den USA und den deutlichen Kursrückgang der amerikanischen Währung gegenüber dem EURO in Verbindung mit der Aufweichung der lokalen Umweltgesetzgebung haben sich die Aussichten in diesem Markt gegenüber den Vorjahren verschlechtert. Wenngleich die Entschärfung der Umweltgesetzgebung für den Stickoxidausstoß nur temporärer Natur zu sein scheint, sind Prognosen aufgrund der geänderten Rahmen-bedingungen zunehmend schwieriger zu treffen.

Am europäischen Markt zeichnet sich derzeit vor allem in Italien und Frankreich eine Marktbelebung ab. Einzelne Nachrüstprojekte mit kleineren Volumina sind auch am deutschen Markt zu erwarten.

Auf Grund der in den letzten Monaten zu beobachtenden USD-Kursentwicklung bzw. Analystenprognosen und des sich gleichzeitig verschärfenden Konkurrenzdrucks wird mit einem weiterhin sinkenden Preisniveau zu rechnen sein.

Da sich jedoch diese Faktoren zum größten Teil nicht mehr im laufenden Jahr auswirken werden, gehen wir für den Teilkonzern von der Erreichung der budgetierten Ergebnisse und somit von einem zufriedenstellenden, wenn auch etwas unter dem Vorjahr liegenden Ertragsniveau aus.

Zusammengefasst erwarten wir auf Ebene des Frauenthal Holding Gesamtkonzerns für das Geschäftsjahr 2003 ein positives, aber unter dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Vorjahres liegendes konsolidiertes Jahresergebnis.

Auch nach dem Erwerb der finnischen Federnfabrik in Billnäs verfolgt und evaluiert die Gesellschaft weiterhin laufend Akquisitionsprojekte für ein profitables Wachstum zum Wohl der Aktionäre und Mitarbeiter.

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