Frauenthal Holding Jahresergebnis 2009

Diversifikation bewährt sich im Krisenjahr

  • Vielfalt als Stärke der Gruppe
  • Umsatzeinbruch und massive Restrukturierung im Bereich Automotive Components
  • Starkes Umsatzplus für industrielle Wabenkörper
  • Solides Wachstum im Bereich Sanitär- und Heizungsgroßhandel
  • Liquidität gesichert

 Wien, 29. April 2010 ... Die Diversifikation der Frauenthal Gruppe hat sich bewährt. Das Krisenjahr 2009 hat seine Spuren hinterlassen, doch haben sich zwei der drei Divisionen im abgelaufenen Geschäftsjahr gut bzw. sehr gut entwickelt. Die Gruppe ist auf Märkten mit völlig unterschiedlicher Dynamik tätig. Deshalb konnte der massive Einbruch des Nutzfahrzeuggeschäfts durch die beiden anderen Bereiche zumindest zum Teil kompensiert werden. Die Aussichten für 2010 sind verhalten positiv, vorrangiges Ziel des heurigen Jahres wird die Konsolidierung nach der Wirtschaftskrise sein.

Zwei der drei Divisionen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr gut bzw. sehr gut entwickelt. Die Division Automotive Components jedoch wurde von der Krise mit voller Wucht getroffen und bescherte damit der Frauenthal Gruppe in Summe einen Jahresverlust von EUR 29,4 Mio. In diesem Ergebnis sind EUR 17,3 Mio. an außerordentlichem Restrukturierungsaufwand enthalten. 

Dank rascher und konsequenter Umsetzung der erforderlichen Restrukturierungen konnten im Geschäftsjahr 2009 EUR 19 Mio an Fixkosten eingespart werden. Gleichzeitig wurden die Strukturen auf die zukünftigen Erfordernisse ausgerichtet und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt. Die Bilanzstruktur bleibt mit einer Eigenkapitalquote von 28,3% und einem Anteil langfristigen Fremdkapitals am gesamten Fremdkapital von 82% solide und stellt eine wesentliche Voraussetzung für die zukünftige erfolgreiche Konzernentwicklung dar.

 

Umsatz im Bereich Automotive Components brach um 63% ein

Der Nutzfahrzeugmarkt geriet im Zuge der Wirtschaftskrise in große Bedrängnis. Ein Absatzrückgang bei Neufahrzeugen von mehr als 40% in Europa und der gleichzeitige Abbau überhöhter Lagerbestände bei den Nutzfahrzeugherstellern führten bei Frauenthal zu einem Umsatzrückgang der Division Automotive Components um 63%. In den einzelnen Marktsegmenten reichte der Rückgang von minus 90% im Bereich Trailer bis zu „moderateren“ minus 30% bei leichten Nutzfahrzeugen.

 

Ertragskraft des Nutzfahrzeuggeschäfts durch rasche Restrukturierung und Kapazitätsanpassung wieder hergestellt

Frauenthal reagierte prompt auf die Marktentwicklung. Die Anpassungsmaßnahmen reichten von einem Abbau der Leiharbeitskräfte über Kurzarbeit und befristete Freistellungen bis hin zur Schließung bzw. den Verkauf von vier Produktionsstandorten. In Summe wurden 1.200 Mitarbeiter abgebaut (minus 45% im Geschäftsbereich Automotive Components) und die Produktionskapazitäten für Stahlfedern temporär um etwa 25% reduziert. Dank dieser Maßnahmen gab es bereits im 4. Quartal wieder ein knapp positives operatives EBITDA vor dem außerordentlichen Restrukturierungsaufwand. Insgesamt erzielte der Geschäftsbereich Automotive Components 2009 jedoch einen Verlust (EBIT) von EUR 37,3 Mio.


Industrielle Wabenkörper mit Umsatzplus von 47%

Deutliche Umsatz- und Ertragsteigerungen hingegen verzeichnete der Bereich Industrielle Wabenkörper (Porzellanfabrik Frauenthal GmbH). Die anhaltend gute Nachfrage nach Kraftwerkskatalysatoren in allen Märkten sowie der erfolgreiche Einstieg in den chinesischen Markt bescherten ihr bei Vollauslastung der Kapazitäten einen Rekordumsatz von EUR 70 Mio (+47%). Das Ergebnis stieg auf EUR 6,4 Mio. Besonders erfreulich war dabei der dynamische Anstieg der Lieferungen an den größten chinesischen Energieversorger Huaneng Power International. Sie machen bereits 40% des Gesamtumsatzes der Division aus. Im Jahr 2009 hat Frauenthal daher rund EUR 5 Mio in Produktionskapazität für eine zusätzliche Produktreihe sowie für die Eigenfertigung bisher fremdbezogener Teile investiert.

 

Solides Wachstum und weiterer Ausbau im Sanitär- und Heizungsgroßhandel

Gegen den Markttrend, konnte auch die auf den Sanitär- und Heizungsgroßhandel spezialisierte SHT (Bereich Großhandel für Sanitär- und Heizungsprodukte) 2009 dank des stark wachsenden privaten Sanierungsgeschäfts ein Umsatzwachstum von 4% erzielen. Das Objektgeschäft war hingegen weiterhin rückläufig. Gleichzeitig gelang es der SHT – trotz aggressiven Preiswettbewerbs –  weitere Marktanteile zu gewinnen und ihre Position als Marktführer zu festigen. Der intensive Preiskampf verursachte 2009 eine Margenverschlechterung, die auch durch höhere Absatzvolumina und straffes Kostenmanagement nicht zur Gänze kompensiert werden konnte. Der Gewinn (EBIT) der Division bewegte sich mit EUR 6,1 Mio nur leicht unter dem zufrieden stellenden Vorjahrsniveau und im Branchenvergleich auf sehr gutem Niveau.

 

Erfolgsfaktor Innovation

Innovation hat bei Frauenthal einen hohen Stellenwert. Dank kontinuierlicher Weiterentwicklung von Produktqualität, Produktionsprozessen, Produktsortimenten und Dienstleistungsangebot beruht die führende Marktposition in jeder der drei Divisionen auf Produkt- und Servicequalität, nicht aber auf Preisführerschaft oder aggressivem Konditionenwettbewerb. Dazu Dr. Martin Sailer, Mitglied des Vorstands der Frauenthal Holding AG: „Unsere Produkte sind größtenteils schon lange am Markt eingeführt und in ihrer Grundkonzeption technisch ausgereift. Wir investieren daher nicht in Basistechnologien oder aufwändige Forschungsaktivitäten, sondern setzen primär auf die gezielte Weiterentwicklung von Materialeigenschaften, die Feinabstimmung von Produktionsprozessen oder neue Produktdesigns“.

 

Konsolidierung nach der Restrukturierung

2010 wird für die Frauenthal Gruppe das Jahr der Konsolidierung. So sollte die Nutzfahrzeugproduktion dank der durchwegs normalisierten Lagerbestände wieder auf das tatsächliche Niveau der Marktzulassungen steigen. „Wir haben im Bereich Automotive Components die Produktivität unserer Werke verbessert und ihre Ertragskraft gestärkt, sodass ein relativ moderater Umsatzanstieg zumindest ein ausgeglichenes EBITDA erwarten lässt.“ zeigt sich Mag. Hans-Peter Moser, Mitglied des Vorstands der Frauenthal Holding AG, zuversichtlich. „Wir dürfen aber nicht vergessen, dass gerade Marktprognosen für die Fahrzeugindustrie nach der dramatischen Entwicklung 2009 immer mit einem Fragezeichen behaftet bleiben.“

 

Der Bereich Industrielle Wabenkörper ist mit einem Rekordauftragsstand und dem Anlaufen einer neuen Produktreihe für Kraftwerkskatalysatoren in das neue Jahr gestartet. Frauenthal  rechnet hier weiterhin mit Wachstum. Für den Sanitärgroßhandel der SHT dürfte 2010 aufgrund der rückläufigen Neubautätigkeit und des harten Preiskampfes durch den Zugewinn von Marktanteilen ein insgesamt stabiles Jahr werden. Die Gruppe vertraut hier weiter auf den gezielten Ausbau ihrer Servicekompetenz. In Summe ist das Management zuversichtlich, im heurigen Jahr 2010 auf Gruppenebene wieder ein positives Jahresergebnis zu erzielen.


Über die Frauenthal Gruppe

Die an der Wiener Börse notierte Frauenthal Gruppe ist ein Mischkonzern mit den drei Unternehmensbereichen Umwelttechnik (Industrielle Wabenkörper: keramische Kraftwerks- und Dieselmotorenkatalysatoren), LKW-Zuliefergeschäft (Automotive Components: Stahlfedern, Druckluftbehälter für Bremssysteme) sowie Sanitär- und Heizungsgroßhandel (SHT). Die Gruppe beschäftigt derzeit rund 2.400 Mitarbeiter und produziert in sieben europäischen Ländern.

 

 

Pressekontakt 

Frauenthal Holding AG
Dr. Martin Sailer
Mag. Erika Hochrieser
Rooseveltplatz 10
1090 Wien
Tel + 43(1) 505 42 06
Fax + 43(1) 505 42 06-33
E-Mail: holding@frauenthal.at

 

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Mag. Doris Gutermann
Tel + 43(1) 503 2 503 14
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